Der Preis pro Kilowatt Peak (kWp) ist die zentrale Vergleichskennzahl im Solarmarkt. Er ermöglicht einen fairen Vergleich zwischen unterschiedlich grossen Anlagen und verschiedenen Anbietern. Doch was genau steckt hinter dieser Kennzahl, wie hoch sind die aktuellen Marktpreise in der Schweiz, und welche Faktoren beeinflussen den Preis pro kWp? Dieser umfassende Marktbericht gibt Ihnen alle Antworten.

Was bedeutet «Preis pro kWp»?

Der Preis pro kWp gibt die Gesamtkosten einer Solaranlage dividiert durch ihre installierte Nennleistung in Kilowatt Peak an. Beispiel: Kostet eine 10-kWp-Anlage CHF 20'000, beträgt der Preis pro kWp CHF 2'000. Diese Kennzahl ist deshalb so nützlich, weil sie den direkten Vergleich zwischen einer kleinen 5-kWp-Anlage und einer grossen 30-kWp-Anlage ermöglicht – trotz völlig unterschiedlicher Gesamtpreise.

Allerdings ist bei der Verwendung dieser Kennzahl Vorsicht geboten. Nicht jeder Anbieter definiert den kWp-Preis gleich. Manche Anbieter geben den Brutto-Preis pro kWp an (vor Einmalvergütung), andere den Netto-Preis (nach Abzug der Förderung). Einige inkludieren alle Nebenkosten wie Gerüst und Planung, andere nicht. Für einen validen Vergleich müssen Sie daher immer prüfen, welche Leistungen im angegebenen kWp-Preis enthalten sind.

Aktuelle Marktpreise 2026

Der Schweizer Solarmarkt zeigt im Jahr 2026 eine erfreuliche Preisstabilität auf einem deutlich tieferen Niveau als noch vor wenigen Jahren. Die internationalen Modulpreise sind durch massive Produktionskapazitäten, insbesondere in Asien, auf historische Tiefstände gesunken. Gleichzeitig bleiben die Installationskosten in der Schweiz aufgrund des hohen Lohnniveaus stabil. Die folgende Tabelle zeigt die typischen Marktpreise nach Anlagengrösse.

AnlagengrösseBrutto CHF/kWpNetto CHF/kWpKategorie
3–5 kWp2'400–2'8001'900–2'200Kleinstanlage
6–10 kWp2'000–2'4001'600–1'900Standard EFH
11–20 kWp1'800–2'2001'450–1'750Grosses EFH / kleines MFH
21–50 kWp1'600–2'0001'300–1'600MFH / Gewerbe
50–100 kWp1'400–1'8001'150–1'450Gewerbe / Industrie

Warum sinkt der Preis mit der Anlagengrösse?

Der degressive Preisverlauf hat mehrere Ursachen. Erstens gibt es bei jeder Solarinstallation Fixkosten, die unabhängig von der Anlagengrösse anfallen: die Planung und Baueingabe, der Netzanschluss, das Gerüst und die Anfahrt des Installationsteams. Diese Fixkosten verteilen sich bei einer grösseren Anlage auf mehr Kilowatt Peak und drücken dadurch den Preis pro kWp.

Zweitens sinken die Materialkosten bei grösseren Bestellmengen. Ein Installateur, der 50 Module bestellt, erhält bessere Konditionen als bei einer Bestellung von 15 Modulen. Drittens ist die Installationszeit pro Modul bei grösseren Anlagen geringer, da die Rüstzeit (Gerüst aufbauen, Material bereitstellen, Werkzeug einrichten) einmalig anfällt, die eigentliche Modulmontage aber pro Modul effizienter wird.

Regionale Preisunterschiede in der Schweiz

Die Solarpreise variieren innerhalb der Schweiz durchaus spürbar. In urbanen Gebieten wie Zürich, Genf oder Basel tendieren die Preise höher, da die Lebenshaltungskosten und damit die Löhne der Installationsteams höher sind. Zudem sind in Städten die Parkimöglichkeiten für Servicefahrzeuge und die Logistik komplexer, was sich in den Kosten niederschlägt.

In ländlichen Regionen des Mittellandes und der Ostschweiz sind die Preise tendenziell am günstigsten, während Bergregionen aufgrund der erschwerten Zugänglichkeit und längeren Anfahrtswege einen Aufschlag von 10–20% aufweisen können. Die Westschweiz bewegt sich preislich im Mittelfeld, mit einer starken Abhängigkeit vom jeweiligen Kanton und den dort verfügbaren Installateuren.

Interessanterweise führt die regionale Nachfragedichte ebenfalls zu Preisunterschieden. In Kantonen mit hoher Solardichte (Bern, Luzern, Aargau) herrscht ein stärkerer Wettbewerb unter den Installateuren, was tendenziell zu tieferen Preisen führt. In Kantonen mit geringer Solardurchdringung kann der Mangel an lokalen Fachkräften die Preise in die Höhe treiben.

Einflussfaktoren auf den kWp-Preis

Der Preis pro kWp Ihrer spezifischen Anlage hängt von zahlreichen individuellen Faktoren ab. Die Modulwahl ist einer der offensichtlichsten: Premium-Module mit höherem Wirkungsgrad kosten mehr pro Wp, benötigen aber weniger Dachfläche für die gleiche Leistung. Bei begrenzter Dachfläche kann die Investition in leistungsstärkere Module wirtschaftlich sinnvoll sein.

Der Dachtyp hat ebenfalls einen erheblichen Einfluss. Schrägdächer mit Südausrichtung und einer Neigung von 30–40 Grad bieten optimale Bedingungen und erfordern das günstigste Montagesystem. Flachdächer benötigen eine Aufständerung, die den Materialaufwand erhöht. Ost-West-Anlagen auf Flachdächern nutzen die Fläche zwar effizienter, erfordern aber mehr Module für die gleiche Leistung.

Weitere Einflussfaktoren sind die Zugänglichkeit des Dachs (einfache Logistik vs. enger Zugang, Kran notwendig), die Beschaffenheit der Eindeckung (Ziegel, Blech, Eternit, Bitumen), die Entfernung zwischen Dach und Zählerschrank sowie eventuell notwendige Verstärkungen der Dachkonstruktion bei älteren Gebäuden.

Preisentwicklung der letzten Jahre

Die Preisentwicklung im Schweizer Solarmarkt zeigt einen klaren Abwärtstrend. Im Jahr 2015 lag der durchschnittliche Bruttopreis für eine 10-kWp-Anlage noch bei rund CHF 3'000 pro kWp. Bis 2020 sank dieser Wert auf etwa CHF 2'400, und heute befinden wir uns bei rund CHF 2'100 pro kWp brutto. Das entspricht einer Preisreduktion von rund 30% innerhalb eines Jahrzehnts.

Der Haupttreiber dieser Entwicklung sind die drastisch gesunkenen Modulpreise. Während ein Standard-Modul 2015 noch CHF 400–500 kostete, liegt der Preis heute bei CHF 180–280. Die Installationskosten hingegen sind aufgrund steigender Löhne und höherer Sicherheitsanforderungen nur moderat gesunken. Die Planungs- und Administrationskosten sind sogar leicht gestiegen, da die regulatorischen Anforderungen zugenommen haben.

Brutto vs. Netto: Was zahlen Sie wirklich?

Für Ihre persönliche Investitionsentscheidung ist der Netto-kWp-Preis – also nach Abzug aller Förderungen – die relevante Grösse. Die Einmalvergütung des Bundes reduziert den Brutto-Preis erheblich. Zusätzlich bieten einige Kantone eigene Förderbeiträge, und die Investitionskosten können in den meisten Kantonen steuerlich abgesetzt werden.

Ein Rechenbeispiel: Eine 10-kWp-Anlage kostet brutto CHF 22'000 (CHF 2'200/kWp brutto). Nach Abzug der Einmalvergütung von rund CHF 4'550 ergibt sich ein Nettopreis von CHF 17'450 (CHF 1'745/kWp netto). Bei einem Grenzsteuersatz von 30% und der Möglichkeit des Steuerabzugs reduzieren sich die effektiven Kosten auf rund CHF 12'215 – das sind nur noch CHF 1'222 pro kWp effektiv. Diese Rechnung zeigt: Solar ist in der Schweiz eine äusserst attraktive Investition.

So vergleichen Sie kWp-Preise richtig

Damit Sie Äpfel mit Äpfeln vergleichen, sollten Sie bei jedem Angebot folgende Punkte prüfen. Vergewissern Sie sich, dass der angegebene kWp-Preis alle Leistungen umfasst: Module, Wechselrichter, Montagesystem, Elektroinstallation, Gerüst, Planung, Netzanschluss und Monitoring. Achten Sie darauf, ob es sich um den Brutto- oder Netto-Preis handelt. Prüfen Sie die Qualität der verwendeten Komponenten und vergleichen Sie die Garantiebedingungen.

Ein vermeintlich günstiger kWp-Preis kann durch minderwertige Komponenten, fehlende Leistungen oder kurze Garantiezeiten schnell teuer werden. Die Langlebigkeit und der Ertrag der Anlage über 25+ Jahre sind wichtiger als ein paar hundert Franken Ersparnis beim Kaufpreis. Investieren Sie lieber in Qualität und lassen Sie sich die eingesparten Franken über die Lebensdauer der Anlage zurückzahlen.

Prognose: Wohin entwickeln sich die kWp-Preise?

Die Prognose für die Preisentwicklung ist vorsichtig optimistisch. Die Modulpreise dürften weiter sinken, wenn auch langsamer als in den vergangenen Jahren, da das Preisniveau bereits nahe an den Produktionskosten liegt. Die Installationskosten werden voraussichtlich stabil bleiben oder leicht steigen, getrieben durch Lohnerhöhungen und höhere Sicherheitsanforderungen.

Gleichzeitig werden die Fördersätze des Bundes voraussichtlich weiter sinken, was den Netto-kWp-Preis stabilisiert oder sogar leicht erhöht. Steigende Strompreise machen die Investition jedoch immer attraktiver, da jede selbst erzeugte kWh einen höheren Wert hat. In der Gesamtbetrachtung wird Solar als Investition in den kommenden Jahren noch attraktiver werden – der beste Zeitpunkt für den Kauf ist und bleibt: jetzt.

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